Zauber und ökologische Geheimnisse der Waldwelten am Rand des südlichen Ruhrgebietes

Waldlicht: Der Wald filtert das Licht durch die Farbpigmente in den Blättern. Dadurch ensteht ein spezifisches „Lichtklima“ mit ökologischen Wirkungen auf den Waldboden und psychologischen Wirkungen auf das menschliche Gemüt.


Das Licht im herbstlichen Wald ist etwas ganz Besonderes. Die Sonne wird gefiltert durch das herbstlich bunte Blätterdach. Alles wirkt ein bisschen verzaubert. Das Licht und die haushohen Bäume sind eine Energiequelle für den Geist.

Auch aus der Perspektive eines Biologen ist es faszinierend sich im Wald zu bewegen, da man sich unter dem Blätterdach wirklich in ein Ökosystem hineinbegibt, welches von den Bäumen selbst erschaffen wird. Man taucht gewissermaßen in ein Ökosystem. Dies ist eigentlich nur noch vergleichbar mit dem Tauchen in den gewaltigen Riff-Welten, die von Korallen erschaffen werden. Die Bäume filtern das Sonnenlicht durch ihre Blattpigmente. Sie schaffen ein lokales Wald-Klima durch die Verdunstung von Wasser und befeuchten und kühlen die Luft. Bäume fungieren als biologische Wasserpumpen durch den Mechanismus des hydraulischen Lifts und können auch das regionale Klima und die Niederschläge beeinflussen. Die Bäume erschaffen ein Waldklima. Die Bäume sind an der Entstehung des Waldbodens beteiligt. Mit Fug und Recht kann man also von Waldwelten sprechen.

Als Biologe komme ich aber auch nicht darum herum, mich von dem Waldzauber zu befreien und zu fragen, was passiert hier eigentlich? Welche Bäume wachsen hier und warum? Wurden sie gepflanzt oder haben sie sich selber ausgesät? Warum sind Haseln im Wald so niedrig im Vergleich zu den gigantischen Rotbuchen (bis zu 50 Meter) oder auch den großen Haselbäumen an Alleen? Wie kommen die Walnussbäume und Esskastanien in die Wälder des südlichen Ruhrgebietes? Ist das Mini-Wäldchen aus Ilex direkt hinter unserem Haus aus Pflanzen entstanden, die aus Gärten ausgebrochen sind? Warum findet man in einigen Waldbereichen fast keine jungen Bäume? Warum wachsen einige Eichen so seltsam niedrig und gedrungen? Warum kommen die Rehe zu uns in den Garten und knabbern an Rosen und Chilis? Wer hat eigentlich die ganzen Sprungschanzen für Mountainbiker in den Wald gebaut? Wie würde hier eigentlich ein natürlicher Wald aussehen?

Und natürlich die zentrale Frage: Ist der Wald gesund und für die Zukunft gut gerüstet, um noch lange fortzubestehen und all die Ansprüche zu erfüllen, die wir an ihn haben? Haben die Waldwelten eine Zukunft? Wie werden die Waldwelten der Zukunft aussehen?

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