Archiv für den Monat Februar 2020

Alternative Finanzierungsmodelle für mehr Schlagkraft und Vielfalt in der ökologischen Pflanzenzüchtung

Hier sieht man eine Wiederholung eines vierfach wiederholten Versuches, in dem züchtungsrelevante Fragestellungen zu Mischkulturen untersucht werden. Versuchsbetrieb Neu Eichenberg, Fachbereich 11, Ökologische Agrarwissenschaften, Universität Kassel.


Die ökologische Pflanzenzüchtung sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Eine ist das Zusammenbringen von Vielfalt und Zuchtfortschritt. Hier geht es um die bioökologischen Grundlagen der Züchtung sowie Methoden und Züchtungstechniken. Eine etwas weniger glamouröse aber doch ebenso wichtige Herausforderung ist die Finanzierung ökologischer Züchtung. Die ökologische Züchtung braucht mehr Schlagkraft, aber auch weltanschauliche und methodische Vielfalt, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und hierbei sind neue Finanzierungsmodelle ein wesentliches Element. Professionelle Züchtung ist aufwendig, da diese Feldexperimente, Felderhebungen und evtl. Laboruntersuchungen nutzt, die viel Arbeitskraft, Zeit und teilweise auch Technik (auf dem Acker oder im Labor) erfordern. Im Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz (Uni Kassel, Foto oben) kann ich zur Zeit hautnah den Aufwand solcher Versuche erleben.

Ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Modell der Züchtung ist aus ökologischer Perspektive extrem kritisch zu betrachten: die Verquickung der chemischen Industrie mit Züchtungsunternehmen unter einem Dach und der sich in den letzten Jahren abzeichnenden Monopolisierung in diesem Bereich durch Firmenübernahmen oder Fusionen. Dadurch werden Züchtungsexpertise und Eigentumsrechte an genetischem Material in großen Konzernen monopolisiert und damit auch die strategische Ausrichtung der Züchtung: was sind wichtige Züchtungsziele (Ökologie, Ertrag, Qualität) und was sind vielversprechende und ethisch vertretbare Methoden (Kreuzung, Gentechnik etc.)? Weiterlesen