Mischkulturen

Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis

Zur Zeit arbeiten wir an der Universität Kassel (Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz) an einem Projekt zu Mischkulturen mit dem Titel Remix. Hierbei soll über zwei Jahre ein enger Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis stattfinden. Wichtige Bestandteile diees Prozesses sind Workshops, Interviews, Praxisversuche und vor allem auch direkte Kommunikation mit den verschiedenen Akteuren in der Praxis (Landwirten, Verarbeitern, Vermarktern). Insgesamt findet dieser Prozess in 10 EU-Ländern in drei klimatischen Zonen statt (atlantisch, mediterran, kontinental-mitteleuropäisch), um EU-weit Innnovationsprozesse anzustoßen. Der erste deutsche Workshop in diesem Rahmen fand am 14. April 2018 statt und hier findet man das Programm. Ein Bericht folgt in Kürze.

Überblick Projekt

Praxis-Leitfäden

Während des Projektes werden wir eine Reihe von Praxisanleitungen entwickeln. Den ersten Praxis-Leitfaden für Linsen in Mischung mit Hafer kann man schon herunterladen. Wenn jemand Erfahrungen mit Mischkulturen hat, würde ich mich über ausgefüllte Vorlagen sehr freuen. Dabei ist es wichtig anzugeben, ob es sich um schon erbrobte Mischkulturen (und in welcher Region) handelt oder eher um experimentelle Mischkulturen. Diese werden wir dann (falls gewollt) auch online zur Verfügung stellen. Hier findet man die Word-Vorlage.

Weitere Praxisbeispiele

Hier habe ich vor allem Broschüren und Dokumente gesammelt, die praxisnahe Informationen zusammenfassen. In den letzten Jahren scheint es einiges an Anstrengungen gegeben zu haben Mischkulturen stärker in der landwirtschaftlichen Paxis zu etablieren. In den Dokumenten werden sowohl Empfehlungen für die praktische Kulturführung als auch einige Hintergrundinformationen geliefert.

Die Interessensgemeinschaft Mischanbau in Bayern hält eine Reihe von Vorschlägen für den Anbau von Mischungen in der Praxis bereit. Vorgestellte Mischkulturen sind  z.B. Erbse-Leindotter, Hafer-Leindotter oder Linse-Hafer.

Sehr aktuelle Empfehlungen und praxis-relevante Hintergrundinformationen (aus dem Jahr 2017) gibt es auch vom FiBl, die sich allerdings auf die Schweiz beziehen. Es werden bewährte Mischkulturen vorgestellt, z.B. Körnereiweiserbse-Gerste oder Lupine-Hafer. Informationen gibt es auch Zur Aussaat, Fruchtfolge und der Ernte.

Sehr informativ ist das Praxishandbuch „Leguminosen Nutzen“ aus dem Jahre 2013. Primär geht es um den Anbau von Leguminosen. Der Mischanbau wird hier als eine vielversprechende Strategie für den Leguminosenanbau vorgestellt. Das Praxishandbuch vergleicht sehr schön den Anbau von Leguminosen in Reinsaat (Monokultur) und in Mischkultur. Es bezieht sich explizit auf die deutsche Landwirtschaft und wurde von Experten der Universität Kassel/Witzenhausen sowie vom FiBL erarbeitet.

Die Universität Göttingen hat ebenfalls praktische Anbau-Empfehlungen und Hintergründe in einem dem Dokument „Anbau von Gemengen im ökologischen Landbau“ zusammengefasst (aus dem Jahr 2003).

Forschung und Entwicklung

Neben Remix gibt es zur Zeit einige weitere (vor allem von der EU geförderte) Forschungsprojekte, die sich der Diversifizierung der Landwirtschaft widmen. Dazu gehört Diversify. Ein deutscher Projektpartner ist die Universität Münster (Prof. Christoph Scherber, Institut für Landschaftsökologie).

DiverIMPACTS ist ein weiteres von der EU gefördertes Forschungsprojekt zur Diversifizierung ( Prof. Dr. Christoph C. Tebbe, Thünen Institut für Biodiversität, Braunschweig).

Das Projekt Diverfarming läuft unter der Beteiligung der Universität Trier.

Walter Schmidt, ehemaliger Maiszüchter bei der KWS, hat zusammen mit der Universität Göttingen an einem Projekt zur Züchtung von Mais für den Mischanbau gearbeitet. Einen Vortrag zu diesem Thema  von 2015 findet man hier. Einen weiteren sehr interessanten Vortrag von Herrn Schmidt über verschiedene Strategien zur Entwicklung eines Stickstoff-Effizienten Mais findet ihr hier. Ein Video eines Vortrages von Herrn Schmidt findet ihr hier.

Die DAW führt ein neues Praxisprojekt zu Mischkulturen aus Erbse und Leindotter durch.