Über Bio-Kultur und Dr. Johannes Timaeus

Ich bin Biologe und meine Expertise liegt im Bereich der Agrarökologie und der Nutzung biologischer Vielfalt in der Landwirtschaft. Mein Kernanliegen ist es Landwirtschaft und Landschaft vielfältiger, resilienter und kreislauforientierter zu gestalten.

Ich arbeite derzeit als Postdoc an der Universität Bonn im Fachgebiet Agrarökologie und organischer Landbau (Prof. Thomas Döring). In dem Projekt Phenet arbeiten wir primär an der Analyse und Verfügbarmachung von Daten und Expertise zu Mischkulturen.

Promoviert habe ich bei Prof. Maria Finckh und Prof. Gunter Backes am Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel. Inhaltlich habe ich dort an verschiedenen Ansätzen zur Diversifizierung der Landwirtschaft gearbeitet, insbesondere zu heterogenen Weizen-Populationen und Mischkulturen. Methodisch waren diese Arbeiten einerseits experimentell und andererseits sozialwissenschaftlich und partizipativ ausgerichtet. Weitere Informationen zu meiner Forschung findet man bei researchgate oder google.scholar.

In den folgenden Zeilen beschreibe findet man meine Kurz-Biografie.

Biologie und Agrarökologie in Göttingen

Begonnen hat mein professioneller Weg mit einem Studium der Biologie in Göttingen. Zu Beginn war ich primär an dem naturwissenschaftlichen Phänomen Leben interessiert und habe mich viel mit Genetik und Evolutionsbiologie beschäftigt. Zunehmend hat sich dann der Fokus auf die Ökologie und Biodiversitätsforschung sowie ihre praktische Anwendung verschoben. Durch meine Abschlussarbeit in der Abteilung Agrarökologie bin ich zum ersten mal stärker mit landwirtschaftlichen Themen in Berührung gekommen. Die Arbeit selbst war stark naturschutzfachlich geprägt und hat sich mit dem Konzept der Verantwortungsarten bei Brutvögeln auseinandergesetzt.

Naturschutzforschung, Gemeinschaftsgarten und alternative Lebensmittelszene in Leipzig

Danach hat mich mein Weg nach Leipzig an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) geführt. Dort habe ich im Department Naturschutzforschung an der Schnittstelle zwischen Biodiversitätsforschung und Politik gearbeitet. Zum praktischen Gärtnern, den Kulturpflanzen und den politischen Aspekten der Landwirtschaft bin ich durch die community des Leipziger Gemeinschaftsgarten Querbeet gekommen. Im Rahmen des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt haben wir ein partizipatives System zur Erhaltung der Gemüsevielfalt entwickelt und umgesetzt, die sogenannten Erhalterringe. Vor allem die vielen kleinen kreativen Initiativen und Unternehmen im Bereich der Lebensmittel, die mit viel Idealismus aber auch Zielorientierung ihre Ideen vorantreiben, haben einen tiefen Eindruck hinterlassen. Allen voran Leipspeis von Patrice Wolger.

Agrarökologie und Mischkulturen in Witzenhausen

Mein Weg hat mich dann von dem quirligen Leipzig in das stärker ländlich geprägte Witzenhausen geführt, wo sich der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel befindet. Prof. Maria Finckh forscht hier im Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz u.a. an Pflanzenbausystemen, die die Vorteile biologischer Vielfalt nutzen. Zu diesen Ansätzen gehört die Nutzung intraspezifischer Diversität in Pflanzenpopulationen und die Nutzung interspezifischer Diversität in Mischkulturen/Gemengen. Diese systemischen Konzepte können einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln leisten. In ihrem Fachgebiet habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des EU-Projektes Remix gearbeitet.

Zurück zu den Wurzeln: Leben im Ruhrgebiet und NRW

Ab Mitte 2021 habe ich wieder in Essen, im südwestlichen Teil des Ruhrgebietes, gelebt. Industrie, Natur und Kultur vermischen sich hier auf eine faszinierende Art und Weise. Nach einem relativ kurzen Ausflug in das rheinische Braunkohlerevier und dem Wasserverband Eifel Rur (WVER), arbeite ich wieder in der Forschung an der Universität Bonn.

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