Über Bio-Kultur und Johannes Timaeus

Ich bin Biologe und meine Expertise liegt im Bereich der Agrarökologie und biologischen Vielfalt. Mein Kernanliegen ist es, Landwirtschaft und Landschaft vielfältiger, resilienter, kreislauforientierter und multifunktionaler zu gestalten.

Biologie und Agrarökologie in Göttingen

Begonnen hat mein professioneller Weg mit einem Studium der Biologie in Göttingen. Zu Beginn war ich primär an dem naturwissenschaftlichen Phänomen Leben interessiert und habe mich viel mit Genetik und Evolutionsbiologie beschäftigt. Zunehmend hat sich dann der Fokus auf die Ökologie und Biodiversitätsforschung sowie ihre praktische Anwendung verschoben. Durch meine Abschlussarbeit in der Abteilung Agrarökologie bin ich zum ersten mal stärker mit landwirtschaftlichen Themen in Berührung gekommen. Die Arbeit selbst war stark naturschutzfachlich geprägt und hat sich mit dem Konzept der Verantwortungsarten bei Brutvögeln auseinandergesetzt.

Naturschutzforschung und die kreative Community in Leipzig

Danach hat mich mein Weg nach Leipzig an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) geführt. Dort habe ich im Department Naturschutzforschung an der Schnittstelle zwischen Biodiversitätsforschung und Politik gearbeitet. Zum praktischen Gärtnern, den Kulturpflanzen und den politischen Aspekten der Landwirtschaft bin ich durch die community des Leipziger Gemeinschaftsgarten Querbeet gekommen. Im Rahmen des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt haben wir ein partizipatives System zur Erhaltung der Gemüsevielfalt entwickelt und umgesetzt, die sogenannten Erhalterringe. Vor allem die vielen kleinen kreativen Initiativen und Unternehmen im Bereich der Lebensmittel, die mit viel Idealismus aber auch Zielorientierung ihre Ideen vorantreiben, haben einen tiefen Eindruck hinterlassen. Allen voran Leipspeis von Patrice Wolger.

Agrarökologie und Mischkulturen in Witzenhausen

Mein Weg hat mich dann von dem quirligen Leipzig in das stärker ländlich geprägte Witzenhausen geführt, wo sich der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel befindet. Prof. Maria Finckh forscht hier im Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz u.a. an Pflanzenbausystemen, die die Vorteile biologischer Vielfalt nutzen. Zu diesen Ansätzen gehört die Nutzung intraspezifischer Diversität in Pflanzenpopulationen und die Nutzung interspezifischer Diversität in Mischkulturen/Gemengen. Diese systemischen Konzepte können einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln leisten. In ihrem Fachgebiet habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des EU-Projektes Remix gearbeitet und schließe darauf basierend gerade eine Promotion ab. Weitere Informationen zu meiner Forschung findet man bei researchgate oder google.scholar.

Zurück zu den Wurzeln: Leben im Ruhrgebiet

Seit Mitte 2021 lebe ich wieder in Essen, im südwestlichen Teil des Ruhrgebietes. Industrie, Natur und Kultur vermischen sich hier auf eine faszinierende Art und Weise. Menschen, Tiere, Pflanzen, industrielle Anlagen und vieles mehr prägen diese Landschaften. Hier gibt s viel Potential und viel zu tun, um die Region lebenswert zu gestalten.

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