Archiv für den Monat August 2018

Neue Capsicum-Fachgruppe im VEN: MitstreiterInnen gesucht

Foto: die Capsicum-Sorte Sweet Banana bei einem Kultursaat-Züchter.


Endlich wird es im VEN eine Capsicum-Gruppe geben. Das habe ich mir schon lange gewünscht. Wir suchen Leute, die sich für ökologisches Gärtnern, samenefeste Sorten und die Vielfalt der Chilis und Paprikas interessieren. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich vor allem mit Chilis. Einerseits probiere ich die verschiedensten Sorten aus. Dann verarbeite ich die Chilis natürlich, z.B. in einer fermentierten Chili-Sauce. Ach ja und der biologisch-fachliche als auch der kulturgeschichtliche Hintergrund beschäftigen mich sehr. Und da draußen gibt es bestimmt noch viele Menschen, die eine Menge Wissen, praktisches Können und Leidenschaft für Chilis und Paprika haben oder auch einfach nur lernen wollen. Wer sich gerne in Sachen Chilis und Paprika ( = Capsicum) vernetzten möchte (und eine leichte Öko-Schlagseite hat), meldet sich einfach unter capsicum@nutzpflanzenvielfalt.de.

Züchtung unkrautunterdrückender Getreide-Sorten als Alternative zu Glyphosat?

Foto links: ein Gersten-Feld in der Nähe von Witzenhausen.


Wie sehen unsere modernen Kultur-Pflanzen heute eigentlich aus? Und vor allem: warum sehen sie so aus wie sie aussehen? Wenn man heute vor einem Weizenfeld steht, sieht man ziemlich niedrige Pflanzen und verhältnismäßig große Ähren. Früher sahen die meisten Weizensorten allerdings anders aus. Sie waren vor allem wesentlich länger und hatten einen größeren Stroh-Anteil. Mit der Grünen Revolution kamen dann die sogenannten „Hochertrags-Sorten“, die sehr kurze Halme haben und im Verhältnis dazu sehr große und meist unbegrannte Ähren. Diese kurzstrohigen Sorten wurden durch die Einkreuzung sogenannter Zwerggene bzw. genauer Zwerg-Allele (Rht-B1b und Rht-D1b) erzeugt. Dadurch reagiert der Weizen nicht mehr bzw. nur noch reduziert auf das pflanzeneigene Wachstumshormon Gibberelin und zeigt ein reduziertes Längenwachstum.

Vorteil dieser Zwergsorten ist einerseits, dass die meisten Ressourcen während des Wachstums in die Ähre gehen und nicht in die Halme. Dadurch erhöht sich der Ernteindex also der Teil der Biomasse, der in Form von Körnern verwertet werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass kurze Weizensorten im Gegensatz zu langen Weizensorten bei hohen Düngegaben nicht umkippen („ins Lager gehen“ wie man in der Landwirtschaft sagt). Diese Sorten sind auf maximal Erträge hin züchterisch optimiert und sind das Resultat eines enormen Züchtungsfortschrittes. Weiterlesen