Archiv für den Monat April 2018

Wurzelhosen als Pflanze-Boden Schnittstelle und ihre Bedeutung für Landwirtschaft und Züchtung

Zeichnung links:  hier sieht man Wurzelhosen an zwei Weizen-Sämlingen verschiedenen Alters. Quelle: Sachs 1882.


Bisher habe ich mich noch nicht so viel mit dem Thema Boden auseinandergesetzt – weder wissenschaftlich noch praktisch im Garten. Bis mein Kollege (Stephan Junge) am Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz in einem Vortrag ein Foto einer sogenannten Wurzelhose (im Englischen rhizo sheath) zeigte. Man sah eine aus dem Boden gezogene Triticale-Pflanze, deren Wurzeln in einer dicken Erdschicht eingehüllt waren (ähnlich wie in der Zeichnung bei Sachs). Möglicherweise sei dies ein Effekt des regenerativen Kartoffelanbaues (Teil der regenerativen Landwirtschaft), dessen Ziel es ist den Boden während seiner landwirtschaftlichen Nutzung nicht nur zu erhalten sondern sogar zu verbessern. Möglicherweise hatte hier der regenerative Kartoffelanbau die Bodenentwicklung gefördert, was sich dann in den stark ausgeprägten Wurzelhosen der Triticale äußerte.

Schon in seinem Buch über die arabisch-ägyptische Flora von 1887 erwähnt Volkens Wurzelhosen und beschreibt sie folgendermaßen: “wie das Bein in der Hose, oder besser und ästhetischer ausgedruckt, wie eine Phryganeenlarve in dem selbst gebauten Gehause.“  (Volkens 1887, S.25/26). Mit Phryganeenlarven sind Köcherfliegenlarven gemeint, die man häufig ins Süßgewässern antrifft.

Jeder kann Wurzelhosen in seinem Garten beobachten. Das habe ich kürzlich auch gemacht. Man muss nur mal eine Wurzel irgendeiner Gras- oder Getreide-Art ausgraben. Sehr gut zu sehen ist dann eine Erdschicht, die ziemlich fest an den Wurzeln anhaftet, sich von diesen nur schwer lösen lässt und in der Tat wie eine Hose wirkt. Weiterlesen

Feldtag in Neu Eichenberg (19.6.18): Ressourceneffizienz durch Bodenschonung und Biodiversität

FeldtageAm 19.6. richtet das Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz der Universität Kassel/Witzenhausen einen Feldtag aus. Es wird eine geballte Ladung an Vorträgen von Wissenschaftlern und Praktikern geben sowie Feldrundgänge und viele Möglichkeiten für direkten Austausch und Diskussionen. Dabei geht es vor allem um viele Ansätze die Landwirtschaft gleichzeitig ökologisch und produktiv  zu gestalten. Vorträge gibt es z.B. zu den Themen „Pflugloser Ackerbau ohne Glyphosat“ (von Rolf Kern), „Leguminosen in Mischungen“ (von Helmut Saucke), „Regenerativer Kartoffelanbau“ (von Stephan Junge) und „Mischungen in Zwischenfrüchten“ (von Jan-Hendrik Schulz). Bei den Feldrundgängen geht es unter anderem um „Veränderungen der boden-physikalischen Eigenschaften unter pflugloser Bearbeitung“ (Malte Horvat) oder um „Evolutionäre Weizenzüchtung“ (Odette Weedon). Es wird bestimmt spannend also kommt vorbei.

Das vollständige Programm findet man hier.

Anmelden kann man sich bei meinem Kollegen Rainer Wedemeyer.