Impressionen vom Versuchsfeld: plastische Erbsen und Formenvielfalt beim Weizen

Foto: Blühende Erbsen Anfang Mai in einem Praxis-Versuch.


Zur Zeit sind wir am Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz mitten in der Feldsaison. Die Experimente entwickeln sich gut und es gibt viel zu tun. Ende April haben die ersten Erbsen in einem Praxis-Experiment bei einem Landwirt zu blühen angefangen. In den Experimenten in unserem Versuchsbetrieb in Neu Eichenberg zeichnen sich auch schon erste interessante Entwicklungen ab. Die Erbsen reagieren plastisch auf die Mischung mit Weizen und strecken sich in der Mischkultur im Vergleich zur Monokultur. Das Ausmaß dieser Streckung scheint außerdem von der Höhe der Weizensorte abzuhängen. Hier zeigt sich der Einfluss der Lichtkonkurrenz. Die Streckung von Pflanzen in Konkurrenzsituationen wird als Schattenflucht (shade avoidance, Franklin 2008) bezeichnet. Schattenflucht ist eine besondere Strategie von Pflanzen mit Konkurrenz um Licht umzugehen (Schattentoleranz ist eine andere).

Interessant ist auch, dass nur einige Erbsensorten diese Plastizität zeigen und andere nicht. Möglicherweise könnte es also Erbsensorten geben, die plastischer sind als andere. Dies wäre interessant für die Praxis von Mischkulturen. Ein Landwirt bräuchte dann nicht für jede Weizensorte eine bestimmte Erbsensorte sondern eine plastische Erbsensorte wäre für mehrere Weizensorten geeignet. Bisher sind dies aber nur Indizien, die sich dem Augenschein nach und durch einfaches Plotten der Daten ergeben. Ob diese Indizien statistischen Tests standhalten, muss isch noch zeigen. Spannend sind auch die verschiedenen Formen von Weizen-Genotypen in den Experimenten. Hier zeigen sich einerseits Unterschiede in der zeitlichen Entwicklung (Phänologie). Einige Genotypen sind deutlich schneller in der Entwicklung. Die Pflanzenentwicklung ist vor allem wichtig für einen gleichzeitigen Drusch von Erbse und Weizen. Aber auch die Blattmasse unterscheidet sich deutlich zwischen den Weizen-Genotypen. Einige ungarische Weizen-Herkünfte entwickeln eine enorme Blattmasse und sind höher als die anderen Weizen-Herkünfte. Es wird spannend, zu sehen wie sich dies auf die Erbsen auswirkt.

Literatur

Franklin, Keara A. „Shade avoidance“. New Phytologist 179, Nr. 4 (2008): 930–944.

 

 

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